Freitag, 1. März 2013

Ein Bild - und tausend Erinnerungen

Endlich strahlt die Sonne von einem zwar kalten, aber blauen Himmel. Es wird hell, aber ich kann nicht zum Salemer Wohnwagen Prinz.

Ein Grippevirus hat mich erwischt. Erst über 40, dann 39 und nun nur noch schlappe 38 Grad Fieber.
Ein Gemälde, das aus meinem Geburtsjahr stammt und genauso antik ist wie ich, beruhigte mich schon während meiner Kindheit, als es im Wohnzimmer meiner Eltern hing. Von meinem Sofa-Kranken-Lager kann ich jede wunderbare Einzelheit immer wieder betrachten.
Zwei Fischerboote vor der Kulisse eines italienischen Hafenstädtchens mit weißen Häusern dümpeln im Wasser.

Ich erinnere mich, als meine Familie Ende der 60er Jahre mit dem neuen Wohnwagen nach Grado in Italien fuhr. Es war ein Wilk mit blauem Streifen, blauen Polstern, die empfindlich an nackten Kinderbeinen kratzten und es gab sogar schon eine Nasszelle, die wir aber nie benutzen durften.

Der große Mercedes 280 S hatte Mühe den vollgepackten Wagen plus Eltern mit 4 Kindern den Großglockner hochzuziehen. Irgendwann dampfte der Motor und brauchte eine Pause. Der Fahrer eines schnittigen Ford Mustangs bot seine Hilfe an. Ein Stückchen konnte er ziehen, hatte dann aber doch die Leistung seines Motors überschätzt.

Immer war mein Vater Herr der Lage, auch als auf der Rückfahrt direkt neben uns große Felsbrocken fielen oder auf der Münchner Autobahn ein Autoreifen platzte, weil ein Depp den Verschluss einer Coladose weggeschmissen hatte.

Davor hatten wir aber wunderschöne, unbeschwerte 4 Wochen Camping am Meer. Bella Italia, für uns Kinder das Paradies. Schnell waren internationale Freunde gefunden, den ganzen Tag konnten wir uns aus einer Schüssel im Vorzelt frisches Obst stibizen und die Abende waren so herrlich lang. Abends wurde in einem nahe gelegenen Restaurante gegessen, wo immer ein großer Tisch bereits gedeckt auf uns wartete, ebenso wie der witzelnde Kellner, den keiner von uns verstand, der aber mit den leckeren runden Lollies uns Kinder glücklich machte.
Auf dem Campingplatz war immer etwas zu entdecken und zu erleben. 

Über den vielen Erinnerungen bin ich erst einmal eingenickt. :-)

Wenn ich mir unseren Hobby Prinz aus den 80ern betrachte, scheint es in der Zeit eine Stagnation oder sogar Rückschritt im Wohnwagenbau gegeben zu haben. Brauner, Gelsenkirchner Barock, wohin das Auge blickt.
Das Plastik an den "Wohnzimmerschrankscheiben" habe ich bereits abgerissen, die kleinen, maroden Holzkreuze kamen gleich mit. Warum wurde bloß so dunkel gebaut? Auf meinen zahlreichen Internetrecherchen nach Wohnwagen aller Art und Jahrgängen sehe ich nur wenige helle Exemplare und die haben dann Kunststoffbeschichtungen. Nein, das soll ja im Prinz alles ganz anders werden!

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